Die mongolische Pferdekopfgeige

Die Mongolische Pferdekopfgeige (Morin Chuur) ist ein zweisaitiges Streichinstrument, welches am oberen Halsende von einem hölzernen Pferdekopf geziert wird.

Die Morin Chuur verkörpert die nationale Identität der Mongolen wie kein anderes Musikinstrument und repräsentiert die Kultur der Nomaden. Ihr sanfter Klang transportiert das Gefühl des ursprünglichen Lebens und den Traum vom freien Leben in der grenzenlosen Weite der mongolischen Steppe. Per Dekret erklärte der mongolische Staatspräsident die Morin Chuur zum nationalen Musikinstrument, das jeder Haushalt im Land besitzen soll. Und trotzdem ist die Tradition heute gefährdet.

Während das mongolische Nationalorchester unter der Leitung von Maestro Tsendiin Batchuluun internationale Erfolge im Ausland feiert, wird die Pferdekopfgeige in ihrer Heimat, den Jurten der nomadischen Bevölkerung, immer weniger gespielt. Die Inspiration des Spiels der Morin Chuur gründet in der Natur und dem nomadischen Leben. Schon der große Dschingis Khan wurde auf seinen Feldzügen von einem persönlichen Morin Chuur-Spieler begleitet. Es ist die Kultur der Pferdezucht, die sich mit der Morin Chuur untrennbar verbindet. Das Pferd wird verehrt, genauso wie der blaue Himmel, der der unendlich wirkenden Weite der Mongolei ihre Faszination verleiht.

Der lange Hals wird anstelle einer Schnecke über dem Wirbelkasten von einem geschnitzten Pferdekopf abgeschlossen. Die Saiten bestehen traditionell aus Schweifhaaren von mongolischen Pferden, ebenso wie die Bespannung des Bogens. Der Klang der Pferdekopfgeige ist weich. Der Tonumfang liegt ungefähr zwischen der europäischen Bratsche und dem Violoncello. Die Mongolen erinnert der Klang an den Wind der Steppe und das Wiehern ihrer Pferde.

Die erste schriftliche Erwähnung fi ndet sich im 12. Jahrhundert. Die Musik der Pferdekopfgeige wurde von der UNESCO 2003 in die Liste des immateriellen Weltkulturerbes aufgenommen.